Um auf die einseitige Nutzung des öffentlichen Raums aufmerksam zu machen, geht die Grüne Jugend mit der Aktion „Unsere Stadt – dein Wohnzimmer“ am Freitag, den 15. September ab 19 Uhr auf die Straße. An Nonnenhaus soll aufgezeigt werden, dass städtischer Raum mehr ist als ein Parkplatz oder Verkehrsinfrastruktur, sondern als gemeinsamer Raum aller Bewohner*innen genutzt werden kann.

„Öffentliche Flächen gehören uns allen, deshalb sollten sie auch nach unser aller Wünschen genutzt werden“, erklärt Bastian Greiner, Sprecher der Grünen Jugend Tübingen. „Zu häufig dienen sie vor allem Autofahrer*innen, also nur einem geringen Teil der Gesellschaft. Zu einem sozialen Ausgleich gehören für uns auch dieselben Nutzungsansprüche an gesellschaftlichen Gütern und nicht die einseitige Inbesitznahme durch bereits gesellschaftlich Bessergestellte. Daher wenden wir uns entschieden gegen die fortschreitende Privatisierung öffentlichen Raumes, insbesondere durch den Wegfall allgemein verfügbarer Sitzgelegenheiten ohne Konsumpflicht, die abnehmende fußläufige Durchquerbarkeit von Städten aufgrund von geschlossenen Wohnanlagen, die zunehmende Überwachung  des öffentlichen Raums und mögliche Alkoholverbote an Bahnhöfen  und in Innenstädten.“

Lisa Merkens, Sprecherin der Grünen Jugend Tübingen ergänzt: „Die Ausgestaltung des öffentlichen Raums wirkt sich entscheidend auf die Lebensqualität einer Stadt aus. Für die Luftqualität und das Mikroklima sind öffentliche Grünflächen und Parks genauso wichtig wie als Raum für Erholung und Spaß. In Deutschland erleben wir zwar gegenwärtig Bewegungen wie Urban Gardening, innerhalb derer sich die Stadtnutzung wieder mehr den Bedürfnissen aller anpasst. Gleichzeitig werden jedoch wertvolle innerstädtische naturnahe Räume oder Grünflächen versiegelt und als Bauland ausgewiesen, weil es den vergangenen Regierungskoalitionen an einer Strategie fehlte, mit Wohnungsmangel und Urbanisierung nachhaltig umzugehen.“